top of page

Was kann KI in einem Betrieb mit weniger als 20 Leuten übernehmen?

In einem Betrieb mit weniger als 20 Leuten kann KI den grössten Teil der Arbeit übernehmen, die sich wiederholt. Sie kann Routine-E-Mails sortieren und die Antworten entwerfen. Sie kann erste Fassungen von Beiträgen und Newslettern aus deinen eigenen Fotos und Notizen schreiben. Sie kann Belege sammeln, aus deinen letzten zehn Offerten eine neue vorbereiten, die Kundenliste in Ordnung halten und dich jeden Morgen daran erinnern, was noch offen ist. Das Kundengespräch, der Preis, den du festlegst, und das Handwerk selbst bleiben bei dir.

Ich weiss das aus meinem eigenen Arbeitsalltag. The Change Republic ist ein kleines Unternehmen. Es gibt keine Assistenz im Büro nebenan, kein Marketingteam und keine IT-Abteilung. Was ich habe, ist ein Team von KI-Agenten, das ich selbst gebaut habe, und eine klare Linie zwischen dem, was sie tun, und dem, was ich tue.

Dieser Artikel zeigt, wo diese Linie verläuft, damit du sie in deinem eigenen Betrieb findest.

Die Arbeit, die sich wiederholt

Jeder Betrieb hat zwei Arten von Arbeit: eine, die sich wiederholt, und eine, die von dir abhängt.

Der Teil, der sich wiederholt, ist grösser, als er sich anfühlt. Denn jede Aufgabe kommt mit einem echten Namen und einem echten Termin daher und sieht deshalb neu aus. Denk an die Lieferanten-E-Mail, die dieselbe höfliche Antwort braucht wie letzten Monat, an die Offerte, die fast gleich ist wie die vorherige, an den Beleg, der gesucht, umbenannt und abgelegt werden muss, und an den Newsletter, der wieder verschoben wird, weil nie ein freier Vormittag da ist.

Hier siehst du, was meine eigenen Agenten in diesem Teil erledigen. Vergleich es mit deiner Woche.

Ein Agent sammelt meine Geschäftsbelege. Er findet jeden Beleg in meinem Postfach oder auf der Website des Lieferanten, benennt die Datei und legt sie in den richtigen Ordner für meine Buchhaltung.

Ein anderer schickt mir von Montag bis Freitag jeden Morgen um sechs eine E-Mail. Darin steht, welche Offerten noch offen sind und wer auf eine Antwort von mir wartet. Es ist eine schlichte Liste, und sie vergisst nie etwas.

Ein dritter hilft bei Sitzungen. Vorher stellt er mir zusammen, was beim letzten Mal vereinbart wurde, und nachher macht er aus meinen Notizen eine Zusammenfassung. Ein vierter nimmt ein Video, das ich aufgenommen habe, schneidet einen kurzen Clip für Instagram und entwirft den Begleittext. Ich schaue mir Clip und Text an, und erst dann geht es hinaus.

Jeder dieser Agenten hat als einfache Beschreibung angefangen: Ich habe in ganz normalen Sätzen aufgeschrieben, wie ich die Aufgabe selbst erledige. Programmiererin bin ich keine.

Eine nützliche Übung: Schreib eine echte Woche auf. Jede Aufgabe, auch die kleinste. Markiere dann jede, die gleich aussehen würde, wenn du dich drei Wochen hintereinander dabei filmen würdest. Die markierten Aufgaben sind die Arbeit, die sich wiederholt, und das ist meistens mehr als erwartet.

So sieht das in einem Kleinunternehmen aus

Die Beispiele oben stammen aus einem Unternehmen für Coaching und Keynotes. Dasselbe Muster passt auf eine Werkstatt, eine Praxis, ein Atelier oder ein Geschäft, das auf Voranmeldung arbeitet.

E-Mail ist der übliche Einstieg. Ein Assistent, der mit deinem Posteingang verbunden ist, kann sortieren, was über Nacht gekommen ist, Antworten auf die Routine-Nachrichten in deinem Ton entwerfen und die Nachrichten, die dein Urteil brauchen, zuoberst lassen. Du liest, korrigierst und sendest.

Als Nächstes kommt Marketing aus deinem eigenen Material. Viele Kleinunternehmen sitzen auf guten Fotos aus vielen Jahren und haben keine Zeit, sie zu nutzen. Ein Assistent kann jeden Montag das Archiv durchsehen und drei Beiträge vorschlagen, mit Text. Du wählst aus, änderst einen Satz und gibst frei. Nichts wird von selbst veröffentlicht.

Die Kundenliste ist der dritte Bereich. Kontakte, die in einer alten Datenbank, in einer Tabelle oder auf Papier liegen, lassen sich in ein modernes System übertragen und ordnen, damit ein Newsletter zu einem Thema die Leute erreicht, die sich für dieses Thema interessieren.

Dann geht es darum, gefunden zu werden. Wenn jemand einen KI-Assistenten nach einer Empfehlung in deiner Branche und an deinem Ort fragt, entsteht die Antwort aus dem, was das Internet über dich sagt: deine Seitentitel, deine Beschreibungen, dein Google-Profil, die Verzeichnisse, in denen du stehst. Ein Assistent schreibt und pflegt diese Grundlagen viel schneller, als es von Hand geht.

Ein praktisches Detail zählt mehr, als man denkt. Manche tippen gern, viele reden lieber. Ein Setup lässt sich rund um das Diktieren bauen: Du sprichst eine grobe Anweisung, während du durch die Werkstatt gehst, und findest den Entwurf vor, wenn du dich hinsetzt. Das Werkzeug soll zu der Art passen, wie du schon arbeitest.

Was Chefsache bleibt

Manche Dinge gibst du einfach nicht an KI ab.

Das erste Gespräch mit einer neuen Kundin oder einem neuen Kunden. Der Moment, in dem du ein Stück Arbeit anschaust und entscheidest, dass es nicht gut genug ist, um das Haus zu verlassen. Der Preis für einen ungewöhnlichen Auftrag. Der Anruf, wenn etwas schiefgegangen ist. Neue Leute einstellen. Diese Dinge hängen davon ab, wer du bist und was dir auffällt, und sie sind der Grund, warum Kundinnen und Kunden zu dir kommen und bleiben.

Auch die Freigabe bleibt bei dir. In meinem Unternehmen geht nichts ohne mein Ja an eine andere Person. Meine Agenten bereiten vor, und ich entscheide. Diese Regel kostet mich ein paar Minuten am Tag, und sie ist der Grund, warum ich dem Rest vertraue.

Und die Richtung bleibt bei dir. Ein Assistent produziert dir bereitwillig drei Beiträge pro Woche für eine Produktlinie, die du längst hättest streichen sollen. Zu entscheiden, was der Betrieb als Nächstes tut, ist Chefsache. Die Stunden, die KI dir zurückgibt, sind genau dort am besten eingesetzt: bei deiner Kundschaft, bei der Arbeit, die Umsatz bringt, und bei den Fragen, die in einem vollen Tag nie Platz finden.

Deshalb muss auch die Entscheidung, KI in ein Kleinunternehmen zu holen, von dir selbst kommen. In den grossen Unternehmen, in denen ich spreche, sehe ich oft, dass KI-Tools von oben kommen und die Leute, die sie nutzen sollten, den Nutzen im eigenen Arbeitstag nie spüren. In einem Kleinunternehmen ist es umgekehrt, und das ist eine Chance. Wer entscheidet, spürt den Unterschied am Montagmorgen selbst.

Wenn du das ganz ohne Setup ausprobieren willst, nimm die eine Aufgabe, die du diese Woche verschoben hast. Beschreib einem KI-Assistenten in einfachen Sätzen, wie du sie selbst erledigen würdest. Lies, was zurückkommt. Dieser kleine Test zeigt dir viel darüber, was KI bei deiner wiederkehrenden Arbeit übernehmen könnte.



KI-Setup und Begleitung für Inhaberinnen und Inhaber kleiner Unternehmen gibt es bei The Change Republic, in Zürich und in der ganzen Schweiz. Mehr dazu unter www.thechangerepublic.com/de/ai-setup-small-business



Tünde Lukacs ist Executive Coach, Keynote-Speakerin zu KI und Führung und Gründerin von The Change Republic. Sie richtet KI für inhabergeführte Kleinunternehmen in der ganzen Schweiz ein und begleitet die Inhaberinnen und Inhaber, bis sie die KI selbst führen.

bottom of page