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Agentur, IT-Anbieter oder KI-Setup: Was bekommt ein Kleinunternehmen von wem?

Wenn du in der Schweiz ein kleines Unternehmen führst und Unterstützung bei KI suchst, bieten dir drei Arten von Anbietern ihre Dienste an. Eine Marketingagentur erledigt die Arbeit für dich und stellt jeden Monat Rechnung. Ein IT-Anbieter hält Computer, E-Mail und Netzwerk am Laufen. Ein KI-Setup mit Begleitung baut die Werkzeuge in deinen eigenen Arbeitsalltag ein, zeigt dir, wie du sie führst, und endet dann. Die drei lösen drei verschiedene Probleme, und es hilft zu wissen, welches davon du hast, bevor du etwas unterschreibst.

Ich führe selbst ein kleines Unternehmen, ohne IT-Abteilung und ohne Marketingteam. Ich musste diese Frage also zuerst für meinen eigenen Betrieb beantworten, bevor ich sie für andere beantwortet habe.

So sehe ich die drei, mein eigenes Angebot eingeschlossen.

Was eine Marketingagentur verkauft

Eine Agentur verkauft Umsetzung. Du gibst eine Aufgabe ab, zum Beispiel Social-Media-Beiträge, einen Newsletter oder eine Kampagne, und Leute, die das den ganzen Tag machen, liefern das Ergebnis. Für einen Betrieb, der regelmässig viel Marketing braucht und niemanden dafür hat, ist das ein faires Geschäft.

Das Modell hat eine Eigenschaft, die du vor der Unterschrift kennen solltest. Die Agentur verdient, wenn sie die Arbeit macht, also bleibt die Arbeit bei der Agentur. Jeder Beitrag, jeder Newsletter und jede Änderung an der Website wird zu einer weiteren Zeile auf der Rechnung. So funktioniert das Modell nun einmal, und eine gute Agentur sagt das offen.

Die zweite Eigenschaft ist die Distanz. Eine Agentur betreut viele Betriebe und lernt deinen Betrieb aus einem Briefing kennen. Je kleiner und spezialisierter dein Betrieb ist, desto mehr hängt das Ergebnis davon ab, wie gut du briefen kannst: was du herstellst, wer es kauft, warum die Leute wiederkommen. In einem Handwerksbetrieb kann ein gutes Briefing so lange dauern wie die Aufgabe selbst.

KI hat diese Rechnung verändert. Ein grosser Teil dessen, was Kleinunternehmen früher bei Agenturen eingekauft haben, sind Entwürfe: erste Fassungen von Beiträgen, Newslettertexte, Beschreibungen zu den Fotos auf der Website. Ein KI-Assistent, der dein eigenes Material gelesen hat, schreibt solche Entwürfe heute in Minuten, in deinem Ton, aus deinen eigenen Fotos und Notizen. Ich lese weiterhin jedes Wort, das unter meinem Namen hinausgeht, und gebe es frei. Für das Entwerfen selbst braucht es niemanden von aussen mehr.

Eine Agentur bleibt die richtige Wahl, wenn du viel Inhalt brauchst, dazu Gestaltung, bezahlte Werbung oder eine Kampagne mit echter Produktion dahinter. Wenn du drei gute Beiträge pro Woche aus Material brauchst, das du schon hast, schau dir zuerst die anderen Möglichkeiten an.

Was ein IT-Anbieter verkauft

Dein IT-Anbieter verkauft Stabilität. Computer, die am Morgen starten, E-Mails, die ankommen, Backups, die es wirklich gibt, ein Netzwerk, das sicher ist. Wenn du einen guten hast, behalte ihn. Nichts in diesem Artikel ersetzt diese Arbeit.

Viele Schweizer IT-Anbieter bieten inzwischen auch KI an, meistens Microsoft Copilot. Sie schalten die Lizenzen frei, prüfen, wer welche Dateien sehen darf, und schulen das Team. Wenn dein Betrieb in Outlook, Word und Teams lebt, ist das ein vernünftiges Angebot, und allein die Prüfung der Berechtigungen ist ihr Geld wert.

Was eine solche Einführung selten abdeckt, ist die Frage, mit der die meisten Inhaberinnen und Inhaber anfangen: Welche meiner eigenen Aufgaben kann das übernehmen, und was mache ich am Montag anders? Eine Einführung gibt allen dasselbe Werkzeug. Sie schaut sich weder die Kundenliste von 2009 an noch die Offerte, die du jede Woche neu tippst, noch die Lieferanten-E-Mails, die du abends um zehn beantwortest.

Dasselbe im Grossen sehe ich bei meinen Keynotes und Workshops in grossen Unternehmen. Die Lizenzen sind im ganzen Unternehmen freigeschaltet, und viele nutzen sie nie, weil ihnen niemand gezeigt hat, was KI für ihre eigene Arbeit tut. Die Gallup-Zahlen von Ende 2025 zeigen in dieselbe Richtung: 44 Prozent der Führungskräfte nutzen KI häufig, bei ihren Mitarbeitenden sind es 23 Prozent. Die Werkzeuge sind installiert, und die Verbindung zur täglichen Arbeit jeder einzelnen Person wurde nie hergestellt.

Dieselbe Lücke gibt es auch in einem Kleinunternehmen mit fünf Leuten. Der IT-Anbieter hat korrekt gearbeitet, das Werkzeug ist installiert, und wer den Betrieb führt, schreibt weiterhin jede E-Mail selbst.

Was ein KI-Setup mit Begleitung verkauft

Das ist das jüngste der drei Modelle, und ich biete es selbst an. Behalte das im Kopf, wenn du meine Einschätzung liest.

Die Arbeit findet auf deinem eigenen Computer statt, mit deinen eigenen Daten. Ein KI-Assistent wird installiert und mit deinem Postfach, deinen Dateien und deinem Browser verbunden. Deine Kundendaten ziehen aus dem alten System in eines um, das funktioniert. Dann kommen die Grundlagen, damit man dich findet: bei Google und bei den KI-Assistenten, bei denen sich immer mehr Menschen Empfehlungen holen. Der Datenschutz wird gleich am Anfang geregelt: Training mit deinen Daten ausgeschaltet, Daten in der Schweiz oder in der EU gespeichert, alles in deinen eigenen Konten.

Dann kommt der Teil, den die anderen beiden Modelle auslassen. Ein paar Monate lang führst du es selbst, und jemand sitzt neben dir, bis du diese Person nicht mehr brauchst. Der Auftrag hat ein Enddatum, und dieses Ende ist der Sinn der Sache.

Du kaufst Können, das im Betrieb bleibt, und du bezahlst einen Teil davon mit deiner eigenen Zeit. Dieses Modell funktioniert nur, wenn du selbst mit am Tisch sitzt. Wenn du eine Aufgabe einfach loswerden willst und sie gar nicht verstehen möchtest, bist du bei einer Agentur besser aufgehoben, und das würde ich dir im ersten Gespräch auch sagen.

Das Modell hat auch Grenzen. Es ersetzt weder deinen IT-Anbieter noch ein Kampagnenteam, und niemand sollte es als Wartung verkaufen. Es hängt ausserdem stark von der Person ab, die es macht. Lass dir von allen, die so etwas anbieten, zeigen, wie sie ihr eigenes Unternehmen mit KI führen. Ich kann meines zeigen. Einer meiner KI-Agenten sammelt die Belege für meine Buchhaltung. Ein anderer schickt mir von Montag bis Freitag jeden Morgen um sechs eine E-Mail mit den Offerten, die noch offen sind. Wer das für das eigene Unternehmen gebaut hat, weiss, wo es hakt, und für dieses Wissen bezahlst du.

Drei Fragen helfen bei der Entscheidung.

Will ich, dass diese Aufgabe für mich erledigt wird, oder will ich sie selbst können?

Hat der Vertrag ein Ende?

Liegt alles in meinen eigenen Konten, unter meinem Namen, wenn die Arbeit vorbei ist?

Die Antworten zeigen meistens auf eines der drei Modelle. Viele Kleinunternehmen landen bei zwei: einem IT-Anbieter für die Stabilität und entweder einer Agentur oder einem Setup für den Rest. Beide Kombinationen können richtig sein. Es hängt davon ab, wie viel von der Arbeit du in der eigenen Hand behalten willst.



KI-Setup und Begleitung für Inhaberinnen und Inhaber kleiner Unternehmen gibt es bei The Change Republic, in Zürich und in der ganzen Schweiz. Mehr dazu unter www.thechangerepublic.com/de/ai-setup-small-business



Tünde Lukacs ist Executive Coach, Keynote-Speakerin zu KI und Führung und Gründerin von The Change Republic. Sie richtet KI für inhabergeführte Kleinunternehmen in der ganzen Schweiz ein und begleitet die Inhaberinnen und Inhaber, bis sie die KI selbst führen.

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