Wie du in der Schweiz einen Executive Coach auswählst
Aktualisiert am 24.10.2026 von Tünde Lukacs
Wähle einen Executive Coach anhand von fünf Prüfungen: eine anerkannte Coaching-Zertifizierung, Erfahrung mit Führungskräften auf deiner Ebene, ein Preis, den du schriftlich bekommst, eine schriftliche Vereinbarung darüber, wer die Ziele setzt und wer was erfährt, und ein erstes Gespräch, in dem der Coach mehr fragt als erzählt.
Das meiste davon lässt sich prüfen, bevor du etwas bezahlst.
Hier ist die Checkliste, die ich einer Freundin geben würde.
Zertifizierung. Achte auf eine Zertifizierung der International Coaching Federation (ICF) oder eine Coaching-Ausbildung an einer anerkannten Business School. Sie zeigt dir, dass die Person als Coach ausgebildet und geprüft wurde.
Deine Ebene. Frag, auf welcher Führungsebene der Coach normalerweise arbeitet. Ein Coach, der vor allem mit Führungskräften in ihrer ersten Führungsrolle arbeitet, kann hervorragend sein und trotzdem die falsche Wahl für einen CEO oder ein Verwaltungsratsmitglied.
Kosten. Frag vor der ersten Sitzung nach dem vollen Preis und danach, was er umfasst. Bei The Change Republic kostet ein Einzelcoaching zwischen CHF 3'000 und CHF 20'000.
Wer zahlt und wer die Ziele setzt. Wenn dein Unternehmen zahlt, werden die Ziele in manchen Fällen in einem Dreiergespräch mit einem Sponsor vereinbart, meist deiner direkten Führungskraft oder jemandem aus dem HR. Wenn das auf dich zutrifft, vereinbare schriftlich, was der Sponsor erfährt und was im Raum bleibt.
Coach oder Mentor. Entscheide, welches von beiden du brauchst. Ein Mentor gibt weiter, was in einer ähnlichen Rolle für ihn funktioniert hat, während ein Coach die Fragen stellt, die dir helfen, zu deiner eigenen Entscheidung zu kommen.
Dauer. Rechne mit sechs bis acht Sitzungen über mehrere Monate, je sechzig bis neunzig Minuten.
Das erste Gespräch. Nutze es, um zu prüfen, ob es passt. Achte darauf, wer am meisten redet.
Welche Zertifizierung sollte ein Executive Coach haben?
Das Wort Coach auf einer Website sagt dir sehr wenig. Fang deshalb mit der Zertifizierung an.
Die International Coaching Federation vergibt drei Zertifizierungsstufen, und jede verlangt nachgewiesene Coaching-Stunden. Der Associate Certified Coach (ACC) braucht mindestens 100 Stunden Coaching-Erfahrung, der Professional Certified Coach (PCC) mindestens 500 und der Master Certified Coach (MCC) mindestens 2'500. Die Zahlen stehen auf der ICF-Seite zu den Zertifizierungen: https://coachingfederation.org/credentialing/icf-credentials-overview
Ob ein Coach die genannte Zertifizierung wirklich hat, kannst du im Online-Verzeichnis der ICF prüfen, das auf derselben Seite verlinkt ist. Die ICF hat auch ein Schweizer Chapter: www.coachingfederation.ch
Auch Business Schools bilden Coaches aus. Ich bin IMD-zertifiziert und ICF Associate Certified Coach (ACC), und trotzdem würde ich dir sagen, dass das Zertifikat nur der erste Filter ist.
Eine Zertifizierung misst Coaching-Können. Die ICF definiert Coaching einmal, für jede Stufe und jede Nische. Ob ein Coach deine Welt versteht, ist deshalb eine zweite Frage, und die musst du stellen: Hat die Person mit Menschen gearbeitet, die eine Verantwortung tragen wie du?
Seniorität bei einem Coach hilft hier, unter einer Bedingung. Viele erfahrene Leute werden Coach und verbringen die Sitzungen dann damit, dir zu erzählen, was sie getan hätten. Das ist Beratung mit einem Coaching-Etikett, eine andere Leistung als die, die du kaufst.
Mein eigener Hintergrund sind über zwanzig Jahre in Führungsrollen in der Energiebranche und in Professional Services, zuletzt als Partnerin bei einer der Big-4-Firmen. Diese Erfahrung hilft mir, einer Diskussion im Verwaltungsrat schnell zu folgen. Sie wäre wenig wert, wenn ich die Sitzungen nutzen würde, um meine eigenen Geschichten zu erzählen.
Achte in einem ersten Gespräch also auf drei Dinge. Fragt die Person, bevor sie etwas vorschlägt? Erklärt sie von sich aus, wie Vertraulichkeit funktioniert? Und sagt sie dir, wenn du nicht ihr Klient bist? Ein guter Coach tut das.
Was kostet Executive Coaching in der Schweiz, und wer zahlt?
Frag früh nach dem Preis. Ein Coach, der erst im dritten Gespräch eine Zahl nennt, macht dir die Entscheidung schwerer.
Meine eigenen Preise stehen auf meiner Website. Ein Einzelcoaching kostet zwischen CHF 3'000 und CHF 20'000. Der genaue Preis hängt vom Umfang des Engagements ab, von der Dauer und von den enthaltenen Tools, etwa dem Leadership Circle Profile oder KI-gestützten Tools zwischen den Sitzungen. Für Coaching, das ein Unternehmen bezahlt, bekommst du nach einem ersten Gespräch ein Angebot.
Wenn du Angebote vergleichst, vergleiche dieselben Dinge: die Anzahl Sitzungen, ihre Länge, was zwischen den Sitzungen passiert und ob ein Assessment wie ein 360-Grad-Feedback enthalten ist. Zwei Angebote mit dem Namen Executive Coaching können sehr unterschiedlich viel Arbeit beschreiben.
Dann kommt die zweite Frage: Wer zahlt?
Wenn du selbst zahlst, gehört die Agenda dir, und ebenso jede Entscheidung darüber, was du teilst.
Wenn dein Unternehmen zahlt, kommt manchmal eine dritte Person in den Vertrag. Dieser Sponsor ist meist deine direkte Führungskraft oder jemand aus dem HR, und die Ziele werden dann in einem Dreiergespräch zwischen dir, dem Sponsor und dem Coach vereinbart. Manche Unternehmen verlangen das, andere überlassen die Ziele dir und dem Coach. Frag also zu Beginn, was bei dir gilt.
Wo es einen Sponsor gibt, ist dieses Gespräch nützlich. Es legt auf den Tisch, was die Organisation von dir erwartet, in Worten, mit denen du arbeiten kannst. Es verändert auch, was vor der ersten Sitzung vereinbart werden muss.
Vereinbare schriftlich, was der Sponsor erfährt. Eine klare Regelung kann so aussehen: Der Sponsor kennt die Ziele, nimmt in der Mitte und am Ende an einem kurzen Review teil und erfährt nichts über den Inhalt der Sitzungen, ausser du entscheidest dich, etwas davon zu teilen.
Erst in der Mitte zu merken, dass deine Führungskraft einen Fortschrittsbericht erwartet hat, ist der teure Weg, das zu lernen. Ein guter Coach spricht die Frage im ersten Gespräch an. Wenn nicht, sprich sie selbst an.
Brauchen CEOs und Verwaltungsratsmitglieder einen Coach oder einen Mentor?
An der Spitze einer Organisation kommt die Anfrage oft in anderen Worten: ein Executive Mentor, ein CEO-Mentor, ein Sparringpartner.
Ein Mentor hat eine Version deiner Rolle selbst ausgeübt und erzählt dir, was für ihn funktioniert hat. Das ist wertvoll, wenn du neu auf der Ebene, in der Branche oder im Land bist. Auf CEO- und Verwaltungsratsebene wird es schwieriger. Sehr wenige Menschen haben genau deine Rolle ausgeübt, und wer es getan hat, ist oft ein früherer Kollege, ein Konkurrent oder jemand mit einem eigenen Interesse an deinen Entscheidungen.
Ein Coach bringt keine eigenen Antworten mit. Die Arbeit gilt der Frage, wie du entscheidest, wie du im Verwaltungsrat wirkst, und den Fragen, die du mit niemandem sonst durchdenken kannst. Das Team liest jedes Zögern als Signal, und der Verwaltungsrat will Antworten. Ein Coach ist die eine Person in deiner Woche, die an keinem von beidem ein eigenes Interesse hat.
Sparring ist das Wort, das du in der Schweiz oft für etwas dazwischen liest: ein Denkpartner, der dagegenhält. Sparring ist sehr subjektiv. Es steht keine feste Methodik dahinter, und vieles beruht auf Bauchgefühl. Sei also vorsichtig, wenn du es einkaufst. Frag alle, die es anbieten, ob sie vor allem Fragen stellen oder vor allem Meinungen äussern werden. Beides kann dir helfen. Du solltest wissen, wofür du bezahlst.
Für Verwaltungsratsmitglieder ändert sich die Agenda noch einmal. Meist geht es um die Beziehung zum CEO und zum Präsidium des Verwaltungsrats, darum, wie man hinterfragt, ohne das Geschäft selbst zu führen, und um Entscheidungen, die als Gremium fallen, wo dein Urteil nur zählt, wenn du andere mitnehmen kannst.
Die Unterschiede zwischen Coaching, Training und Mentoring beschreibe ich hier ausführlicher: www.thechangerepublic.com/de/executive-expert-articles/executive-coaching-vs-leadership-training-vs-mentoring-what-is-the-difference
Wie lange dauert es?
Rechne mit sechs bis acht Sitzungen über mehrere Monate, je sechzig bis neunzig Minuten, meist alle zwei Wochen oder einmal im Monat. Die Wochen zwischen den Sitzungen zählen genauso viel wie die Sitzungen. Dort wird die Arbeit erprobt, in echten Meetings mit echten Menschen. Verhalten unter Druck ändert sich über Monate.
Was solltest du im ersten Gespräch fragen?
Drei Fragen klären das meiste. Auf welcher Ebene arbeitest du normalerweise? Was umfasst die Agenda normalerweise? Wer steht ausser mir im Vertrag? Ein guter Coach beantwortet alle drei in wenigen Minuten.
Wer wird die Ziele für dein Coaching setzen?
Executive Coaching bei The Change Republic, in Zürich und in der ganzen Schweiz, beginnt mit einem kostenlosen Erstgespräch von 30 Minuten, in dem wir prüfen, ob es passt: www.thechangerepublic.com/de/executivecoaching
Tünde Lukacs ist Schweizer Executive Coach, Keynote-Speakerin zu Führung und KI und Gründerin von The Change Republic in Zürich. Sie war Partnerin bei einer der Big-4-Firmen, hat über 20 Jahre Führungserfahrung, ist IMD-zertifiziert und ICF Associate Certified Coach (ACC) und begleitet erfahrene Führungskräfte durch Beförderungen, Karrierewechsel und KI-Einführung.